Job Multiposting und Online Advertising

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Matthias Mäder, Prospective Media

Die Agentur Prospective Media AG, gehört zu den wenigen spezialisierten Agenturen mit innovativen Ansätzen im online Personalmarketing. Es genügt ein Blick auf den Blog: da geht es um die Ausweitung der Reichweite von Stellenanzeigen mit Display Ads u.a., Twitter Ads oder eine Kampagne zur Gewinnung von JAVA Entwicklern.

Prospective war Sponsor des diesjährigen HR Barcamps Ende Februar in Berlin und hatte wieder zu einem sehr netten vorabend-Apéro in seine Räumlichkeiten in Berlin geladen. Bei dieser Gelegenheit konnten wir mit Matthias Mäder sprechen.

SEUBERT HR: Matthias, zunächst vielen Dank für diesen netten Abend hier bei Euch im Vorfeld des Barcamps! Erzähl doch mal was Ihr so macht.

Matthias Mäder: Früher waren wir eine klassische Posting Agentur für Stellenanzeigen mit sehr starkem technischen Hintergrund. Heute bieten wir darauf aufbauend eine Multiposting Software an. Dafür haben wir eine eigene Entwicklung mit 5 Programmierern. Wir nennen das Produkt Jobbooster. Es handelt sich dabei um eine Cloud-basierte Lösung, die über Schnittstellen an bestehende Bewerbersysteme der Unternehmen angebunden wird. Das funktioniert für alle Systeme, sei es SAP, Umantis, REXX, Connexa, Successfactors, HR4You, etc.

Der Vorteil unserer Software ist, dass der Recruiter oder Personalreferent einmal eine Stellenausschreibung eingibt, daraus automatisch eine Anzeige generiert wird, die dann im immer gleichen Layout überall dort extern abgebildet wird, wo das Unternehmen sie haben möchte. Sei es auf der eigenen Karriereseite, der Homepage von Auslandsgesellschaften oder als Stellenanzeige in diversen Jobbörsen, die in unserem System für jede Ausschreibung ausgewählt werden können und dann dort automatisch gepostet werden. Der Nutzer erhält dazu eine Übersicht von 900 direkt über unser Tool buchbaren Jobbörsen mit den entsprechenden Preisen. Das Inserat ist bei uns zudem grundsätzlich mobil optimiert.

Der Jobbooster hat ebenfalls eine Schnittstelle zu Social Media und zu Affiliate Netzwerken, wo auf Portalen Banner Ads geschaltet werden können. Das Bewerberformular wird an jeder Stelle, wo die Anzeige erscheint mit eingebunden und zwar so, dass wir nachher genau sehen können, wo der Bewerber herkam. Damit kann jederzeit eine Auswertung erfolgen, wieviele Bewerber es pro Medium gab. Unser Trackingtool zeichnet auch auf, wieviele Clicks es pro Medium gab.

Kurz gefasst: wir bieten ein performantes Frontend mit stark erweiterter Funktionalität für jedes Bewerbermanagement, das den Prozess vereinfacht, den Außenauftritt des Unternehmens professionalisiert und über die Messbarkeit von Maßnahmen eine Optimierung ermöglicht.

SEUBERT HR: Ihr macht auch multimediale Stellenanzeigen. Ende letzten Jahres habt Ihr für das interaktive Stelleninserat des Kinderspitals Zürich den HR Excellence Award gewonnen. Was ist unter einem interaktiven Inserat zu verstehen?

Matthias Mäder: Ja, das hat uns sehr gefreut! Im Grunde binden wir verschiedene Informationsangebote direkt in das Inserat ein: ein Video zur Arbeitsatmosphäre, ein interaktives Pictogramm zu den Benefits des Arbeitgebers, spezielle Reiter zu Bewerbungsprozess (besonders interessant, wenn dieser je Position unterschiedlich ist), Gehalt, etc. Einfach mal draufgucken!

SEUBERT HR: Dann habt Ihr ein weiteres innovatives Produkt, proAudience. Was kann das?

Matthias Mäder: Wir nutzen dabei das Prinzip des Affiliate Marketings, d.h. auf Portalen, die wir mit dem Kunden gemeinsam auswählen, also solchen, wo dessen Zielgruppe sich präferiert aufhält, schalten wir Banner, die bei einem Click direkt auf das Inserat führen. Dadurch erreichen wir auch latent Jobsuchende!

Wir nennen das Print 2.0. Die Suche im Internet funktioniert ja sehr punktgenau, so dass jemand der sucht, nur findet, was er sucht. Ähnliche Dinge werden meistens nicht mit angezeigt. Der Stellenteil einer Zeitung wurde früher auch mal von Leuten durchgeblättert, die nicht konkret nach einem neuen Job gesucht haben, sozusagen nur um den Markt zu prüfen. Diesen Effekt bekommen wir heute mit Display Advertising hin. Bei unserem Kunden Migros konnte über solch eine Kampagne, nachdem 4 Monate auf das klassische Inserat kein passender Rücklauf kam, jemand eingestellt werden

SEUBERT HR: Habt Ihr noch Erfahrungen mit weiteren Online Advertising Techniken gemacht?

Matthias Mäder: Wir haben Retargeting getestet, was die Online Jobbörsen ja schon lange machen. Hier ist natürlich viel Fingerspitzengefühl erforderlich, um die Leute nicht zu nerven, da sind die Personalabteilungen noch äußerst skeptisch. Mit unseren 170 Kunden sind wir mittlerweile bei einer kritischen Größe mit einer Vielzahl an Stellen angelangt, wo es für uns Sinn machen würde, Retargeting gezielt zu nutzen, um zum Benefit aller Kunden mehr Reichweite zu erzielen.

Google Adwords haben wir vereinzelt eingesetzt. Es ist recht viel Aufwand, da viel händisch gesteuert werden muss. Es wird von unseren Kunden nicht nachgefragt. Bei SEO (Search Engine Marketing) kann man viel machen, da gibt es gute Lösungen.

SEUBERT HR: Was für ein Budget muss man denn so einplanen für Eure Services?

Matthias Mäder: Wir arbeiten bei unserer Software mit einem klassischen Lizenzmodell, das nach Anzahl der User funktioniert. On top auf die Basic Version kann der Kunde diverse Module dazu buchen. Hinzu kommen einmalige Einrichtungskosten, z.B. für die Templates, die dann für die Stelleninserate genutzt werden. Ein mittleres Unternehmen muss so ca. mit EUR15-20k Lizenzgebühren rechnen. Selbstverständlich müssen die Anzeigen auf den externen Jobbörsen extra gezahlt werden.

SEUBERT HR: Vielen Dank Matthias für dieses interessante Interview. Ich denke Ihr seid ganz vorne mit dabei. Schon 2013 listet Euch der von Eva Zils zusammengestellte HR-Agentur Atlas, mit den wichtigsten Playern im deutsch-sprachigen Online Recruiting. Ich wünsche Euch weiter viel Erfolg und hoffe auch in der Zukunft viele Innovationen im Online Recruiting von Euch zu sehen!

25. März 2015 von Volker Seubert
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