LinkedIn versus Xing – Wo geht die Reise hin?

Bereits seit einiger Zeit ist ein Beitrag zu Xing und LinkedIn in Planung, den beiden maßgeblichen Businessnetzwerken, die in Deutschland genutzt werden. Insbesondere weil wir in der Zusammenarbeit mit unseren Kunden feststellen, dass LinkedIn deutlich performanter geworden ist, was die Gewinnung nur latent suchender Kandidaten angeht.

LinkedIn Performance

Mit einem Kunden hatten wir kürzlich einen „Performance Call“ mit LinkedIn. Wir hatten uns zusammentelefoniert, um zu besprechen, wie der Kunde über LinkedIn seine dortigen Job Ads noch besser verbreiten kann. Das ist v.a. durch das Posting in Gruppen möglich. Stellen können auf Knopfdruck parallel in bis zu 10 Gruppen gepostet werden. Dazu muss man allerdings dort Mitglied sein. Das ist in bis zu 50 Gruppen möglich. Die Postings erscheinen in einer speziellen Stellenrubrik der Gruppen und werden auch mit in die Newsletter, die Gruppenmitglieder erhalten, eingespielt.

LinkedIn ist auch sehr gut in der Performance Auswertung. Eine ad-hoc Auswertung ist über den Firmenaccount jederzeit möglich, regulär gibt es einen Report als Excel Tabelle 1 mal pro Quartal. Weitere interessante Features sind das automatische Tracking der Anzahl an Bewerbungen über LinkedIn im eigenen Bewerbermanagementsystem (ATS). Dazu versieht LinkedIn die entsprechende URL mit einem Tracking Pixel, das dann vom ATS ausgewertet wird. Manche Bewerbermanagementsysteme bieten auch die Möglichkeit sich direkt mit dem LinkedIn oder Xing Profil zu bewerben. Neben der automatischen Befüllung eines Bewerbungsformulars wird beispielsweise bei Xing automatisch aus den Xing Angaben ein Lebenslauf generiert, der der Bewerbung angehängt wird. Damit wird die Bewerbung wirklich zu einer „one-Click“ Bewerbung!

Mehr passive Kandidaten über LinkedIn

Gegenüber Job Postings auf Xing haben LinkedIn Postings deutlich höhere Klickraten. LinkedIn entwickelt sich zu einer Plattform für den professionellen Wissensaustausch. Nicht ohne Hintergrund wurde schon 2012 Slideshare hinzugekauft. 2015 kam Lynda.com hinzu, eine online Learning Plattform (hier eine Liste aller Akquisitionen von LinkedIn). Dadurch wird das Netzwerk zu einem erheblichen Mehrwert für viele Nutzer und diese schauen dort gerne vorbei, klicken dabei eben auch einmal auf ein Jobangebot. Daher hier die bessere Möglichkeit, passive Kandidaten zu generieren.

Xing dagegen fokussiert auf Jobvermittlung/Employer Branding (proJobs, Kununu) und auf redaktionell aufbereitete News, wozu man im letzten Jahr Roland Tichy an Bord geholt hat. Mit dem Sinn oder Unsinn in einem sozialen Netzwerk, das eigentlich auf „User Generated Content“ setzen sollte, eine Redaktion (Zensur?) einzuführen, möchten wir uns nicht beschäftigen, das haben andere bereits getan, so z.B. Blogger-Kollege Lars Hahn.

Die Zukunft von LinkedIn und Xing

LinkedIn legt in jedem Fall ganz deutlich zu. In den letzten 12 Monaten bekamen wir hier signifikant mehr Kontaktanfragen aus dem deutschsprachigen Raum, als je zuvor seit 2006. Bislang war LinkedIn in englischer Sprache unser internationales Netzwerk, das ändert sich nun. Dennoch ist LinkedIn weiterhin internationaler ausgerichtet. Xing ist auf Deutschland bezogen immer noch das mächtigere Netzwerk, aufgrund der hier jahrelang gewachsenen Beziehungen. Jedoch sollte ein Unternehmen jetzt eine Präsenz auf LinkedIn aufbauen, um diese rechtzeitig zu etablieren. Ein Xing Profil halten wir nach wie vor für die höhere Priorität, falls hier überhaupt eine gesetzt werden sollte.

Die Frage ist auch, wie lange es noch dauert, bis die potentiellen Kandidaten, die Xing Nutzer, genervt werden von unspezifischen Anfragen der Recruiter oder Active Sourcing betreibenden Unternehmen. Vielleicht wird Xing ein zweites Experteer, wo es nur noch ums Recruiting geht? Deutlich teurer ist in jedem Fall das Active Sourcing auf LinkedIn. Der dortige Recruiter Account schlägt ggü. dem Xing Talent Finder von EUR 3.984 mit EUR 6.800 zu buche.

Einer der jüngeren Blog Artikel zu LinkedIn vs Xing, gibt einen ganz guten Hintergrund, auch wenn er für Versicherungen geschrieben wurde. Hier wird das starke Wachstum von LinkedIn in jüngster Zeit belegt. Zahlen zur Nutzung von LinkedIn und Xing im Kontext Personalmarketing wird es alsbald mit der Studie „Social Media Personalmarketing“ geben. Wer noch mitmachen will ist herzlich eingeladen.

 

12. Februar 2016 von Volker Seubert
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