Recruiting Barcamp mit Xing

xingbarcamp2016hh_haller6 Die Mutter aller HR Barcamps, das „HR Barcamp“ im Februar in Berlin fiel für mich leider aus, die Grippe hatte zugeschlagen. So musste ich dort seit der Gründungsveranstaltung im Sarah Wieners 2012 das erste mal passen. Daher war die Freude groß, dass Xing in Hamburg, direkt vor der Haustür, ein E-Recruiting Barcamp anbot. Die Räumlichkeiten der Hallerstraße 6 im Grindelviertel, kurz Haller 6 genannt, in einem wirklich stattlichen Gründerbau, wurden von einer Agentur als heimelige Wohnzimmer hergerichtet, frei nach dem Motto unter das Xing diese Veranstaltung stellte: „feel@home“.

My Home is your Barcamp

Es war wirklich ein absolutes Wohlfühl-Ambiente, zu dem wesentlich die Gäste und nicht zuletzt das Catering beitrugen. Die Erfahrung bestätigt, auf Barcamps treffen sich offene, austauschfreudige Menschen, mit jedem ist man sofort im Gespräch, nur reicht die Zeit leider nicht für jeden. Neben Recruitern und Personalern waren bei dieser Veranstaltung auch Führungskräfte mit dabei! Ich kann nur mehr Führungskräfte ermutigen, sich in solche Veranstaltungen einzubringen, so wie natürlich auch in die Recruiting Aktivitäten im Unternehmen, denn, das Recruiting, nicht nur die Auswahl und Einstellung in diesem Prozess, sollte insgesamt stark vom „Hiring Manager“ mitgestaltet werden, das ist ein entscheidender Erfolgsfaktor!

Die Themen wurden vorher eingereicht und waren schon an die Wand geheftet, wer wollte konnte noch weitere Vorschläge dazuhängen. Recruiting Themen waren klar in der Überzahl, allerdings auch zahlreich vertreten: Employer Branding. Jeder hatte dann drei Klebepunkte, mit denen er seine Prioritäten vergeben konnte. Schade, dass manche Themenvorschläge völlig unklar blieben. Hier fehlte die sonst sehr zeitaufwendige Vorstellung jedes Themas durch den Initiator und damit auch die Vorstellung desselben, was nicht wenig hilfreich ist bei der Auswahl. Stattdessen gab es eine kurze Vorstellungsrunde mit allen Teilnehmern!

Bxingbarcamp2016hh_sessionplane Disruptive in A Nice Way

Um kurz einen unvollständigen Überblick des Sessionplans zu geben, klar gab es einige Sessions zu „How to..“-Themen, also was funktioniert im Recruiting, wie erreiche ich ITler ausserhalb der sozialen Medien (was schon daraufhin deutet, dass es in Social Media schwer ist) und generell, Ansprache im Active Sourcing, wie spreche ich an, wie spreche ich insbesondere die junge Generation an. Dann kamen die Employer Branding Themen: zeitgemäßer Umgang mit Bewerbern, Arbeitgebermarke intern aufbauen, Employer Branding mit wenig Budget und schließlich aus der Kategorie „sonstiges“ Jobsharing und moderne Mitarbeiterführung.

Leider kann man nicht überall dabei sein, aber beim Thema „Ansprache“ und Active Sourcing bin ich immer hellhörig geworden. Xing sagt, die Rücklaufquote bei der Ansprache sollte bei 40% liegen. Dies läßt sich, wenn überhaupt, nur mit stark individualisierten Anschreiben erreichen. Dabei gilt „be disruptive in a nice way“, sprich den Match zur Position an, beschäftige Dich mit der Zielgruppe, hole sie emotional ab, stelle den Impact dar, den der zukünftige Stelleninhaber im Unternehmen haben wird! Bzgl. der Response Rate im IT Bereich waren die Erfahrungswerte von Teilnehmern bei gut 20%, wovon dann allerdings 10% eingestellt wurden! Zur Sprache kam an dieser Stelle auch das „Cold Calling“. Nachdem auf den Reminder nach einer Woche auch keine Antwort kam, wurde der Kandidat im Unternehmen angerufen.

Mobile – Time to Hire – Awareness

Das Thema „zeitgemäßer Umgang mit Bewerbern“ wurde von mir ergänzt um den Sammelbegriff „Candidate Experience“. Diese Session durfte ich dann auch xingbarcamp2016hh_candexsessionergebnissemoderieren. 3 Key Learnings: Enable Mobile, halte Antwortzeiten und Bewerbungsprozess kurz, schaffe intern Awareness. Bei letzterem geht es um die Aufklärung der Hiring Manager zu den Marktgegebenheiten, eben zum „zeitgemäßen Umgang mit Bewerbern“. Insbesondere für die junge Generation Prozesse zu schaffen, die auch auf dem Mobiltelefon laufen, bzw. für die etwas Älteren auf einem Pad, sollte heute eine Selbstverständlichkeit sein, ebenso wie die Kandidaten schnell über den nächsten Schritt zu informieren und Interviews nicht erst in 6 Wochen anzusetzen sondern innerhalb einiger Tage. Hier wurde vielfach das Problem berichtet, dass die Fachabteilungen sehr lange brauchen, um Feedback zu Bewerbungseingängen zu geben. Daher wiederum der Punkt: schaffe „Awareness“!

Sehr interessanten Input gab es an zwei Stellen von Unilever. Dort wird ein Gamification Prozess mit kleinen integrierten Tests eingesetzt, um die 2000-3000 Bewerbungen zu den zahlreichen Traineestellen vorzusortieren. Erst im zweiten Schritt werden dann Anschreiben und Lebenslauf wichtig. Bei einigen Auswahlprozessen wird bei Unilever Barraising eingesetzt. Es ist jemand mit im Auswahlteam, der immer gegen den Kandidaten argumentiert, um die Messlatte hoch zu halten.

Insgesamt ein sehr gelungenes Event! Dank an die sympathische Mannschaft von Xing, die sich sehr neutral verhielt, außer einem diskreten Lästern gegen die bösen Blauen (wer auch immer damit gemeint sein mag ;-)) Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, ich konnte viele neue Kontakte knüpfen und habe wieder einige Anregungen mitgenommen.

Wer mag kann hier die Themen des HR Barcamps in Berlin von Februar nachlesen und vielleicht sieht man sich dort Anfang des kommenden Jahres wieder.

15. November 2016 von Volker Seubert
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