Mobile Recruiting Studie 2014

Die Digitalagentur für Personalmarketing und Employer Branding „Wollmilchsau“ hat heute eine Neuauflage der im letzten Jahr erstmalig veröffentlichten Studie zur Mobile Recruiting Readiness der deutschen Wirtschaft veröffentlicht.

In der Diskussion mit unseren Kunden werden wir immer wieder nach der Relevanz dieses Trends für die tägliche Rekrutierung befragt. Daher wollen wir in diesem Artikel einige Fakten aus diversen Studien liefern, die als Entscheidungsgrundlage dienen können, wie man sich zu diesem Thema positionieren sollte.

Laut statistischem Bundesamt hat es von 2012 zu 2013 einen Zuwachs von 43%  bei der mobilen Internetnutzung gegeben. Damit sind in Deutschland knapp 30 Millionen Menschen im Internet mobil unterwegs, das ist die Hälfte aller Internetnutzer. Allein an den stetig steigenden Verkaufszahlen für Smartphones, läßt sich absehen, dass die mobile Nutzung weiter zunehmen wird.

Infografik: Zahl der mobilen Internetnutzer steigt deutlich | Statista

23% der Google Nutzer suchen mobil nach Stellenangeboten. Die Unternehmen verzeichnen bereits 15-20% mobile Zugriffe auf ihre Karriereseiten. Indeed hat in einer Studie festgestellt, dass sich bereits 21% der Stellensuchenden mobil bewerben, das Potential an Bewerbern, die sich mobil bewerben würden, wenn Unternehmen einfache Möglichkeiten dazu anbieten, allerdings bei 72% liegt! Wir dürfen hier nicht vergessen, dass es nicht nur um Smartphones geht, sondern auch um die besonders beim Freizeitsurfen im Netz immer häufiger genutzten Tablets, deren Verbreitung ebenfalls rasant zunimmt.

Das CHRIS – Centre of Human Resources Information Systems (Forschungszentrum der Universitäten Bamberg und Frankfurt) hat in seiner Studie zur Bewerbungspraxis 2014 herausgefunden, daß über 39% der Bewerber mobil über das Smartphone offene Stellen suchen (ein Zuwachs ggü. 2013 von >10%!).

In anbetracht dieser Zahlen überraschen die Ergebnisse der Wollmilchsau Studie. Die Karriereseiten der in Deutschland börsennotierten Unternehmen, wurden auf mobile Tauglichkeit getestet. Von 160 verfügen 3 über keine Internetpräsenz, von den verbliebenen 157 haben 34 eine als mobil optimiert eingestufte Karriereseite. Für den DAX entspricht das immerhin einer Quote von gut 43%.

Allerdings scheint ein Bewußtsein für die Relevanz des Themas Mobile Recruiting durchaus vorhanden zu sein. In der Studie Recruiting Trends im Mittelstand 2014, ebenfalls vom CHRIS durchgeführt, glauben 66% der befragten Personaler, daß die zunehmende Nutzung mobiler Endgeräte auch in Zukunft einen großen Einfluß auf die Rekrutierung haben wird, bzw. stimmten knapp 60% der Aussage zu, daß die Ansprache von Kandidaten über mobile Endgeräte sinnvoll ist. So planen laut der  Social Media Recruiting Studie von Eva Zils 26% der von ihr befragten Unternehmen, ihre Karriereseiten für mobile Endgeräte zu optimieren.

Berücksichtigen wir zusätzlich die zentrale Wichtigkeit der Karriereseite eines Unternehmens für die Rekrutierung, so wird die Dringlichkeit zur mobilen Optimierung derselben noch deutlicher. Im Social Media Recruiting Report 2013 des Institute for Competitive Recruiting ist das Jobposting auf der Karrierseite die zweitwichtigste Rekrutierungsquelle nach online Stellenbörsen (19% vs. 34%). Bei Eva Zils wird die Karriereseite als zweitwichtigster Kanal mit über 82% genannt, um potentielle Kandidaten auf eine offene Stelle aufmerksam zu machen.

Entsprechend den hier bereits dargestellten Handlungsempfehlungen für HR in 2014 sollte also kein Zweifel mehr bestehen, daß die mobile Optimierung der Karriereseite auf die HR Agenda 2014 gehört und eher heute als morgen umgesetzt werden sollte. Die Nutzer haben bereits entschieden. Wer verliert schon gern derzeit bis zu einem Fünftel seiner potentiellen Bewerber bei stark steigender Tendenz?

Beachtenswert ist zu diesem Thema auch der saatkorn. Blog. Gero Hesse beleuchtet es unter dem Gesichtspunkt der Generationen: „Unternehmen kommunizieren konsequent an Zielgruppen Gen Y und Gen Z vorbei.“
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16. Juni 2014 von Volker Seubert
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